Datum & Uhrzeit

Datum 24. November 2022
Beginn 20:00
Kasse 19:00

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Landesjugendorchester Bremen, Ltg. Stefan Geiger, Solistin Tanja Tetzlaff

Die Cellistin Tanja Tetzlaff bringt Antonin Dvoraks selten gespieltes Cellokonzert A-Dur zu Gehör mit dem Landesjugendorchester Bremen unter der Leitung Stefan Geiger.

 


Landesjugendorchester  Bremen
Stefan Geiger
– Leitung
Solistin: Tanja Tetzlaff 
– Violoncello

Programm:
Bedrich Smetana: Die Moldau
Anton Dvorak: Cellokonzert A-Dur (instrumentiert von G. Raphael)

Mit der Uraufführung seiner Tondichtung „Mein Vaterland“ wurde Bedrich Smetana 1882 zum „Begründer der der tschechischen Nationalmusik“. In Deutschland begeisterte zumindest ein Satz aus diesem Werk, mit dem Titel „Die Moldau“ ein großes Publikum.
Bedřich Smetana (1777-1875) war ein tschechischer Komponist und ist der musikalischen Epoche der Romantik zugeordnet, welche im 19. Jahrhundert die vorherrschende Stilrichtung der Musik darstellte und sich sowohl durch den ausgeprägten gefühlvollen Ausdruck, als auch durch die Erweiterung der bisherigen, traditionellen Harmonik auszeichnete.

Smetana genießt in heutiger Zeit großen Ruhm unter den Komponisten und (seltener) Komponistinnen klassischer Musik, der sich jedoch vor allem posthum einstellte. Als achtes Kind eines Bierbrauers, der im Dienst böhmischer Adelsgeschlechter war, wird Smetana zunächst auf den Namen Friedrich getauft. Als Erwachsener entwickelt er jedoch seinen ausgeprägten tschechischen Patriotismus und ändert seinen Namen zur tschechischen Form Bedřich. Der Komponist bezeichnet sich selbst als „de[n] Schöpfer des tschechischen Stils im dramatischen und sinfonischen Bereich der Musik“. Seine Landsleute hingegen sehen ihn eher als Gefolge Liszts und Wagners. Zu Lebzeiten hat Smetana nur wenig Erfolg; und wenn dieser doch einmal eintritt, weiß er sein Wirken nicht gut zu verkaufen. So verschenkt er sein erfolgreichstes Stück noch darüber unwissend einem Verleger und verdient so keinen einzigen Groschen daran.

Smetanas heutzutage bekanntestes Stück, Die Moldau, wurde 1875 als zweiter Teil seines Zyklus‘ Mein Vaterland uraufgeführt. Ob Smetana sich für die Moldau von anderen Stücken hat inspirieren lassen, ist unklar; stellen Sie sich aber einmal das Kinderlied Alle meine Entchen punktiert und in Moll vor: fällt Ihnen etwas auf? Auch die Israelische Nationalhymne klingt erschreckend ähnlich wie Smetanas Komposition, welche zudem teilweise Ähnlichkeiten mit spanischen, schwedischen und polnischen Liedern aufweist. Ob dies (bewusste) Inspirationen waren oder nicht – die größte Inspiration war für Smetana sicherlich der titelgebende, durch Prag fließende Fluss selbst.

Das Stück erzählt, wie der Name eben schon verrät, eine Reise entlang der Moldau. Es beginnt da, wo auch der Fluss seinen Ursprung hat: mit zwei Flüssen. Einer durch die Flöte, der andere durch die Klarinette vertont. Sie fließen nebeneinander her, kommen einander näher und entfernen sich wieder. Als sie sich schließlich miteinander verbinden und zur Moldau werden, erklingt das Thema und das Stück fängt richtig an. Das Wasser der Moldau fließt an einer Waldjagd vorbei, die durch Fanfaren und Signale der Hörner vertont ist. Es findet eine Bauernhochzeit statt, dessen Merkmal eine böhmische Polka-Melodie ist. Smetana selbst war zum Zeitpunkt des Komponierens übrigens selbst gerade auf der Hochzeit seiner Tochter, welche einer der nur wenigen schönen Momente seines Familienlebens bleiben soll: seine erste Frau verstarb früh, und auch zwei seiner Kinder haben zu diesem Zeitpunkt bereits ihr Leben gelassen.

Die Reise geht weiter, ein enger Freund Smetanas beschreibt: „Die Nacht senkt sich zur Erde, der Hochzeitsjubel verstummt, geheimnisvolle Stille liegt über dem Land. Bei fahlem Mondenschein beleben nun Nixen und Nymphen die Ufer und schwingen über den silberglänzenden Wellen ihren Reigen, während als Zeugen vergangener Herrlichkeit ernst und stumm Burgen und Schlösser auf den Hängen ragen – Mahnmale vergangener Größe und Glorie.“ Dieser Abschnitt der Reise der Moldau wird in der entlegenen Tonart As-Dur mit einem gedämpften Streicherthema dargestellt. Es folgt die Reprise des Moldau-Themas, welches breit dahin strömt. Sie strömt einer großen Gefahr entgegen: den St. Johann-Stromschnellen. Tonmassen drängen sich zu einem wilden Strudel zusammen, bis sie ins Freie stürzen. Wieder erklingt das Thema und wird schließlich beinahe zu einer Nationalhymne. Feierlich spielen die Bläser mit dem Rest des Orchesters, bilden das Finale. Es wird wieder ruhiger; die Moldau fließt dahin, scheint sich zu verlaufen und das Stück könnte ganz ruhig auf der Quinte enden – doch es ertönt eine Kadenz der Quinte und Tonika kurz und im fortissimo des gesamten Orchesters. Das Stück findet so sein Ende.

Mit einem Werk eines weiteren bedeutsamen tschechischen Komponisten der Romantik, Antonin Dvořák, wird das Programm für den heutigen Konzertabend vollständig. Als weltweit meist gespielter Komponist aus Tschechien genießt auch er einen hohen Bekanntheitsgrad unter den Hörern und Hörerinnen klassischer Musik, obgleich sein Cello-Konzert in A-Dur sicherlich nicht zu seinen berühmtesten Werken gehört.

Antonín Dvořák wurde in 1841 in Böhmen geboren und sollte ursprünglich wie auch sein Vater Metzger werden. Weder gilt er als frühes musikalisches Wunderkind, noch wird ihm von Haus aus das Komponieren in die Wiege gelegt. Parallel zu seiner Fleischerlehre beginnt Dvořák jedoch das Orgelspiel; bald darauf lernt er zusätzlich Klavier und Bratsche, und wird zudem von Beethovens Kompositionen inspiriert.

Als jungen Mann zieht es Dvořák zunächst wie auch Smetana nach Prag, wo er als hauptberuflicher Organist jedoch nur wenig Geld verdient. Erst allmählich erreicht er durch seine Kompositionen einen gewissen Bekanntheitsgrad. Seine schlechte finanzielle Situation ändert sich jedoch erst, als Dvořák den bereits berühmten Komponisten Johannes Brahms kennenlernt, der ihn in seinen Bestrebungen unterstützt. Vor allem in England und Amerika ist Dvořáks Musik mittlerweile äußerst gefragt. Sein längerer Aufenthalt auf dem amerikanischen Kontinent inspiriert ihn zu neuen Musiken wie dem Amerikanischen Quartett, seinem Cello-Konzert in h-Moll oder seiner 9. (und letzten Sinfonie), die heute alle zu seinen berühmtesten Werken zählen. Vor seinem Tod im Jahre 1904 kehrt Dvořák jedoch wieder in seine Heimat zurück, wo er weiterhin komponiert und schließlich, von Menschenmassen betrauert, stirbt.

Das Cello-Konzert, welches an diesem Abend vom Landesjugendorchester Bremen und der Solistin Tanja Tetzlaff dargeboten wird, bezeugt die starke Ausdruckskraft und den gleichermaßen weichen wie dominanten Charakter des Violoncellos; ein Instrument, über das der Komponist selbst einst ein eher weniger schmeichelhaftes Urteil fällte: als „Stück Holz, das oben kreischt und unten brummt“ hatte er das Cello einmal umschrieben. Und doch muss er irgendwann seine Meinung geändert haben, sind Dvořáks Werke für Cello und Orchester doch geprägt von der für ihn und die damalige Zeit typischen Romantik und den mal gesanglich-schwelgerischen, mal eher zurückhaltenden – doch nicht minder schönen – Themen, die Dvořák als Komponisten so unverwechselbar machen.

Das Cello-Konzert in h-Moll Op. 104 aus dem Jahr 1895 gehört wie bereits erwähnt zu den wichtigsten Stücken des Violoncello-Repertoires; kaum bekannt ist hingegen das in 1865 geschriebene Konzert in A-Dur. Komponiert hatte Dvořák es für den Cellisten und Komponisten Ludvig Peer, der nur kurz nach Dvořák verstarb, und in dessen Nachlass man die handgeschriebenen Noten entdeckte. Peer scheint die Noten kurz nach deren Fertigstellung in seine neue Heimat Deutschland mitgenommen zu haben, und Dvořák hat sich offenbar keine große Mühe gegeben, das Manuskript wiederzubeschaffen. Vielleicht, weil er das frühe Cello-Konzert als Misserfolg erachtete, oder aber schlicht vergaß – in seinen späteren Werkaufzählungen tauchte es jedenfalls nie auf.

Das Manuskript wurde zunächst an das Londoner British Museum verkauft, bevor es 1929 zu Dvoraks 25. Todestag in der ursprünglichen, klavierbegleiteten Fassung in Prag uraufgeführt wurde. Das bei diesem heutigen Konzert gespielte Arrangement für Cello und Orchester stammt vom Komponisten Günter Raphael, welcher das Cello-Konzert in den 1920er Jahren nicht nur orchestrierte, sondern auch deutlich bearbeitete. Raphaels Version unterscheidet sich teilweise so stark vom Original, dass John Clapham in seiner 1979 erschienenen Biographie Dvorak gar von einem Zerrbild der ursprünglichen kompositorischen Intentionen Dvoraks sprach. Raphael kürzte das einstündige Konzert nicht nur drastisch, sondern komponierte teils auch neue Abschnitte basierend auf Dvořáks originalem thematischen Material und veränderte Struktur sowie Harmonik des Stücks.

Nichtsdestotrotz bleibt auch Raphaels Version dem essentiellen Charakter der Dvořák‘schen Kompositionen treu, und so wird man heute Abend auch die warme und lyrische Klangfarbe erkennen, die man an Dvořáks Werken so schätzt.

Die Cellistin Tanja Tetzlaff gehört seit Jahrzehnten sowohl als Solistin als auch als Kammermusikerin zu den prägendsten Musikerinnen ihrer Generation. Ihr Spiel zeichnet sich insbesondere durch einen einzigartig feinen und nuancierten Klang aus, der immer mit kultivierter Musikalität einhergeht. Das besondere Markenzeichen von Tanja Tetzlaff ist ihr außergewöhnlich breites Repertoire und die Lust auf grenzübergreifende Konzertformate.  Über die klassische Musikpräsentation hinauszugehen, andere Kunstformen miteinzubeziehen
und sich mit dem Zeitgeschehen auseinanderzusetzen, ist Tanja Tetzlaff ein besonderes Anliegen. Sie spielt alle Standardwerke der Celloliteratur, ist aber auch gefragte Interpretin für Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Dabei liegen ihr besonders die Cellokonzerte von Unsuk Chin, John Casken, Witold Lutosławski, Jörg Widmann und Bernd Alois Zimmermann am Herzen.
Highlights der Saison 2020/21 sind die Uraufführung des Doppelkonzertes für Cello & Percussion von Rolf Wallin, das Tanja Tetzlaff unter der Leitung von Jaime Martin beim Gävle Symphony Orchestra im Januar 2021 präsentierte. Als Solistin ist die darüber hinaus auch beim Trondheim Symphony Orchestra, Belgrade Philharmonic sowie beim Nationaltheater-Orchesters Mannheim zu erleben. Im Bereich der Kammermusik wird sie zusammen mit ihrem Bruder Christian, dem Pianisten Lars Vogt, ihrem Ehemann Florian Donderer, als Teil
des Tetzlaff Quartetts und in Zusammenarbeit mit dem Signum Saxophon Quartett u.a. in der Philharmonie Köln, in der Elbphilharmonie, beim Kissinger Sommer, bei den Schwetzinger Festspielen, bei den Albert Konzerten Freiburg, im Nikolaisaal Potsdam sowie in London, Paris und Evian zu erleben sein.
Im Verlauf ihrer Karriere spielte Tanja Tetzlaff u. a. mit dem Tonhalle-Orchester Zürich, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Konzerthausorchester Berlin, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Philharmonia Orchestra in London und Scottish Chamber Orchestra, Orchestre de Paris, Polish National Radio Symphony Orchestra, und Cincinnati Symphony Orchestra sowie Tokyo Metropolitan und NHK Symphony Orchestra. Sie arbeitete mit namhaften Dirigenten, darunter Alan Gilbert, Daniel Harding, Philippe Herreweghe,
Heinz Holliger, Paavo Järvi, Sir Roger Norrington und Robin Ticciati.
Tanja Tetzlaff ist eine gefragte Kammermusikerin und konzertiert regelmäßig bei internationalen Festivals, z. B. in Edinburgh, Bergen, Baden-Baden und bei den Schwetzinger Festspielen, bei denen sie im Mai 2019 „Artist in Residence“ war. Weitere Partner sind Leif Ove Andsnes, Sharon Kam, Alexander Lonquich, Julian Prégardien, Baiba Skride, Antje Weithaas, Carolin Widmann und Hans-Kristian Kjos Sörensen. Tanja Tetzlaff ist Gründungsmitglied des Tetzlaff Quartetts und gastiert seit 1994 gemeinsam mit Christian Tetzlaff, Elisabeth
Kufferath und Hanna Weinmeister weltweit. Mit Lars Vogt und Christian Tetzlaff bildet sie zudem ein festes Klaviertrio.
Einspielungen erscheinen bei CAvi, Ars, NEOS und Ondine, darunter Konzerte von Wolfgang Rihm und Ernst Toch. Im Oktober 2019 wurde eine Solo-CD mit Bach-Suiten und Werken von Thorsten Encke veröffentlicht. Im Frühjahr 2020 erschien die Veröffentlichung der Beethoven-Quartette mit dem Tetzlaff Quartett sowie auch des Klavierquintetts von Suk.
Tanja Tetzlaff studierte an der Musikhochschule Hamburg bei Professor Bernhard Gmelin und am Mozarteum Salzburg bei Professor Heinrich Schiff. Sie spielt ein Cello von Giovanni Baptista Guadagnini aus dem Jahre 1776.
Tanja Tetzlaff arbeitet mit der Umweltagentur Arktik zusammen und setzt sich für weltweite Klimaschutzprojekte ein.

Das Landesjugendorchester Bremen (LJO Bremen), geleitet von Prof. Stefan Geiger, versammelt junge, talentierte Musiker aus Bremen und Umgebung, um gemeinsam Orchesterwerke zu erarbeiten und im norddeutschen Raum aufzuführen. Bereits 1971, und damit als eines der ersten Landesjugendorchester in Deutschland, wurde es als Kammerorchester gegründet. Ziel ist es damals wie heute, zu einer späteren professionellen Auseinandersetzung mit Musik, beispielsweise im Rahmen eines Musikstudiums, beizutragen. Schwerpunkt bilden die regelmäßigen Arbeitsphasen des Orchesters, die von Dozenten begleitet werden, die aus hochrangigen norddeutschen Orchestern wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, den Bremer Philharmonikern und des NDR Elbphilharmonie Orchesters Hamburg kommen. Etliche der ehemaligen Musiker des LJO Bremen sind inzwischen selbst als Berufsmusiker in deutschen Berufsorchestern tätig Es erklangen in den vergangenen Jahren Interpretationen des Kernrepertoires der Orchesterliteratur: Die großen Sinfonien von Johannes Brahms, Anton Bruckner, Ludwig van Beethoven, Gustav Mahler oder Hector Berlioz ebenso wie die Ballettmusiken zu „Le Sacre du Printemps“, „L’Oiseau de feu“ und „Petruschka“ von Igor Strawinsky oder Maurice Ravels „Daphnis et Chloé“.
Zu den Solisten, die mit dem Orchester gespielt haben, gehören internationale Künstler wie Tanja Becker-Bender (Violine), Tanja Tetzlaff (Violoncello) oder Jeroen Berwaerts (Trompete). Partner, wie der Richard Wagner Verband Bremen haben u. a. erfolgreiche Aufführungen ermöglicht, wie die Kinderoper „Amahl und die nächtlichen Besucher“ von Gian Carlo Menotti oder Richard Wagners „‚Ring‘ ohne Worte“. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen lud das Landesjugendorchester bereits drei Mal in ihr bekanntes Festival „Sommer in Lesmona“ ein.
Besonders sind die Filmprojekte des Orchesters hervorzuheben, die in regelmäßiger Zusammenarbeit mit dem Kommunalkino City 46 durchgeführt werden. So begleitete das LJO Bremen beispielsweise 2011 den Stummfilmklassiker „Metropolis“ von Fritz Lang, 2013 Charlie Chaplins „City Lights“ und 2015 den Klassiker „Nosferatu“. 2017, im Jahr der 20-jährigen Zusammenarbeit des LJO Bremen mit dem City 46, begleitete das Orchester den Stummfilm „Der General“ von Buster Keaton, 2019 Charlie Chaplins „Goldrausch“, 2021 Paul Wegeners „Der Golem, wie er in die Welt kam und 2022 Murnaus „Der letzte Mann“

Auch im Ausland stellen die jungen Musiker regelmäßig ihre musikalische Qualität unter Beweis: u. a. 1998 in Brasilien, 2003 in Belgien und den Niederlanden, 2005 in Bosnien-Herzegowina, 2011 in Portugal und 2014 in Bulgarien und China. Eine weitere Auslandsreise, auf Einladung der Europäischen Kulturhauptstadt Plovdiv, führte 2019 erneut nach Bulgarien. Zum Konzertkalender des LJO Bremen gehört auch der German Game Music Award, der nach den Jahren 2012, 2014 und 2016 nun 2019 bereits zum vierten Mal stattgefunden hat und in Zusammenarbeit mit dem Bremer Konzerthaus Die Glocke, Radio Bremen und dem Verlag Universal Edition in Wien gestaltet wird. Regelmäßig präsentiert das Landesjugendorchester Bremen auch Werke des 20. und 21. Jahrhunderts, so zum Beispiel mit einem Programm zeitgenössischer japanischer Werke im Kontext der „Cool Japan“-Ausstellung des Bremer Übersee-Museums.

Stefan Geiger ist Chefdirigent des Orquestra Sinfônica do Paraná (Brasilien), Erster Gastdirigent der Filarmonica Banatul (Rumänien). Er erhielt  seinen ersten Musikunterricht mit fünf Jahren und erlernte Klavier, Geige, Schlagzeug und Posaune. Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und Preisträger verschiedener internationaler Wettbewerbe (1989 im Concours International du Festival de Musique de Toulon; 1992 im Wettbewerb des Festivals „Prager Frühling“).Stefan Geiger begann seine berufliche Karriere in jungen Jahren als Orchestermusiker: zunächst als Soloposaunist an der Bayerischen Staatsoper in München, wenig später in gleicher Funktion im NDR Elbphilharmonie Orchester in Hamburg. 1996 übernahm er – nach dem Abschluss seines Kapellmeisterstudiums und Assistenzen bei Christoph Eschenbach, Valery Gergiev und Christoph von Dohnanyi – die künstlerische Leitung des Landesjugendorchesters Bremen. In den Jahren 2002-2007 war er im Rahmen einer Gastprofessur mit der Leitung des Orchesters der Hochschule für Künste Bremen betraut.
In zahlreichen Gastdirigaten arbeitete er u.a. mit dem Schleswig-Holstein Festival Orchester, dem Ensemble Resonanz, den Würzburger Philharmonikern, den Nürnberger Symphonikern, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, der Württembergischen Philharmonie Reutlingen, dem Wuppertaler Sinfonieorchester, dem Transylvania State Philharmonic Orchestra, der Banater Philharmonie, dem Romanian Radio Orchestra, dem Marte Orchestra in Kimhae (Südkorea), dem Orquestra de Câmara da Cidade de Curitiba, dem Orquestra Sinfônica de Porto Alegre, dem Orquestra Sinfônica Municipal de Campinas,  dem Orquestra Sinfônica da Universidade de Sao Paulo im Sala Sao Paulo, dem Orquestra Sinfônica da Bahia, und dem Buenos Aires Philharmonic Orchestra am Teatro Colon in Argentinien.
Seit vielen Jahren gastiert Stefan Geiger beim NDR Elbphilharmonie Orchester Hamburg und leitete unter anderem Konzerte mit orchestraler Stummfilmbegleitung. Preisgekrönte Filme wie „The Artist“ (mit Oskar-Preisträger und Komponist der Filmmusik Ludovic Bource als Klaviersolist) oder „Ben Hur“, Komödien von Buster Keaton oder Dramen wie „Panzerkreuzer Potemkin“ begeisterten das Publikum.
Stefan Geiger ist Mitbegründer und Juryvorsitzender des „German Games Music Award“, einem Wettbewerb in Kooperation mit Radio Bremen, der jungen Komponisten, die anspruchsvolle Musik für Computerspiele schreiben, ein Forum gibt. Diese Idee fand im Internet ein großes Publikum: der Internet-Stream der ersten Veranstaltung 2012 wurde zu einem der meistgeklickten Beiträge seiner Art im „Arte-Liveweb“.
Im Jahre 2016 wurde Stefan Geiger GMD am Teatro Guaira in Curitiba (Brasilien). Die Zusammenarbeit mit dem Orquestra Sinfônica do Paraná verläuft sehr erfolgreich und wurde auf gegenseitigen Wunsch mehrmals verlängert. Im Juli 2019 wurde das Orchester unter seiner Leitung zum renommiertesten Festival Südamerikas, dem “Festival Internacional de Inverno de Campos do Jordao” eingeladen. In der laufenden Saison kehrt er mehrfach u.a. mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester in die Elbphilharmonie zurück. Neue Begegnungen führen ihn ans Volkstheater nach Rostock, zur NDR Radiophilharmonie Hannover, zum Oulu Symphony Orchestra nach Finnland, zum Royal Scottish National Orchestra und zum Orquestra Sinfônica Brasileira nach Rio de Janeiro.