Datum & Uhrzeit

Datum 7. Februar 2020
Beginn 19:30
Kasse 18:30

Edison Denisov – Meister der sowjetischen Moderne.

Ein Gesprächskonzert zum 90. Geburtstag des Komponisten

Der Eintritt ist frei.

Keine Voranmeldungen möglich.

Eine Veranstaltung der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen.

Edison Denisov Photo by Guy Vivien

 

 


Ulrike Höfs – Flöte
Maximilian Krome – Klarinette
Rie Koyama – Fagott
Kiveli Dörken – Klavier

Einführung und Gespräch:
Jekaterina Denisova-Kouprovskaia
Dr. Boris Belge

Programm: Werke von Edison Denisov
Sonate (1960) für Flöte und Klavier
Trois Preludes für Klavier (1994)
Sonate für Klarinette solo (1972)
Trio für Flöte, Fagott und Klavier (1995)

Edison Denisov (1929–1996) wurde im Westen als „Mozart des 20. Jahrhunderts“ gefeiert, während man ihn in der UdSSR mit Misstrauen beäugte. Er entwickelte in seinen Kompositionen (z.B. im Vokalzyklus Sonne der Inkas) den Serialismus zur Meisterschaft.
Ursprünglich hatte Denisov Mathematik in Tomsk / Sibirien studiert, als Dmitri Schostakowitsch ihn 1950 persönlich zum Studium ans Moskauer Konservatorium einlud. Er schloss es 1956 ab, als Nikita Chruschtschow die Entstalinisierung einleitete. Von den neuen Freiheiten profitierten auch Komponisten wie Denisov. Er lehrte nun am Konservatorium und erschloss sich und der Moskauer Musikwelt „neue“, moderne Musik, die seit den 1920er Jahren in der UdSSR verstummt war. Doch seine Werke gelangten nur selten und vorwiegend an alternativen Orten zur Aufführung. Am Konservatorium durfte Denisov bis zur Perestroika-Zeit nur Orchestrierung, nicht aber Komposition unterrichten. Dennoch brachte seine Klasse hervorragende Vertreter einer neuen Komponistengeneration hervor, die sich als Denisovs Schüler verstanden.
Denisov war stets eng der französischen Kultur verbunden und pflegte intensive Kontakte mit Pierre Boulez. Daher ließ er sich nach einem schweren Autounfall 1994 in Paris behandeln, wo er seine letzten zwei Lebensjahre verbrachte.
2018 übergab seine Witwe Jekaterina Denisova-Bruggeman die umfangreiche Korrespondenz ihres Mannes, darunter die Briefwechsel mit Dmitri Schostakowitsch, Alfred Schnittke und Luigi Nino, an das Archiv der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen. Ermöglicht wurde der Erwerb durch eine großzügige Spende der Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Das Konzert, das Denisovs 90. Geburtstag gewidmet ist, wird ebenfalls von der Karin und Uwe Hollweg Stiftung ermöglicht.

Eine Veranstaltung der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen in Kooperation mit Musiker*innen der Kammerphilharmonie Bremen.
Der Eintritt ist frei! Um eine Spende wird gebeten.

 

Ulrike Höfs studierte bei Prof. Renate Greiss-Armin (Karlsruhe) und Prof. Peter-Lukas Graf (Basel). Weitere Studien erfolgten bei Aurèle Nicolet und Alain Marion. Stipendien erhielt sie von der
deutschen Stiftung Musikleben, der Heinrich Strobel-Stiftung und dem Cusanuswerk.
Sie gewann den 1. Preis beim Hochschulwettbewerb Karlsruhe und ist Preisträgerin des 30. Internationalen Wettbewerbs Lyceum Suisse/Radio Suisse. Seit vielen Jahren ist sie Mitglied des vielfach ausgezeichneten Spitzenensembles „Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen“, (u.a. Echo Klassik, Preis der Deutschen Schallplattenkritik), mit dem sie weltweit an allen wichtigen Konzertorten Erfolge feiert. Darüber hinaus ist sie Soloflötistin der Hamburger Camerata. Als gefragte Kammermusikerin und Solistin tritt sie im In- und Ausland auf.

Maximilian Krome ist seit 2014 stellv. Solo-Klarinettist der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Als regelmäßiger Gast an der Soloklarinette spielt er zudem im Ensemble Resonanz, der Camerata Bern, der Kammerakademie Potsdam, im Sinfonieorchester des WDR Köln oder der Oper Frankfurt. Mit diesen Ensembles ging er auf Tournee in über 30 Länder in Europa, Asien und Amerika. Vor dem Antritt seiner Stelle in Bremen war er für zwei Jahre Akademist beim Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in München. Als gefragten Kammermusiker konnte man den 1988 geborenen Klarinettist u.a. beim internationalen Musikfestival „The Next Generation“ in Dortmund, auf Einladung der Academy of St.Martin-In-The-Fields in London, beim Festival Hirondelle in Frankreich, beim Kissinger Sommer sowie beim Verbier Festival in der Schweiz erleben. Als Solist eröffnete er mit dem Baden-Württembergischen Kammerorchester Heilbronn die 29. Schwetzinger Mozartfestspiele und konzertierte mit Mozarts Klarinettenkonzert im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth, in der Essener Philharmonie und der Schweiz.
Neben live Mitschnitten dieser Konzerte im WDR, BR und Deutschlandfunk begannen im Januar 2019 die Aufnahmen für eine Reihe von Kammermusik CD’s beim Label Dabringhaus & Grimm.
Seit dem Sommersemester 2019 ist Maximilian Krome Dozent mit eigener Klasse an der Hochschule für Musik Nürnberg.

Rie Koyama ist eine 1991 in Stuttgart geborene und in Baden-Württemberg aufgewachsene Fagottistin und entstammt einer japanischen Musikerfamilie. Mit neun Jahren erhielt sie vom Vater ihren ersten Fagott-Unterricht. Bereits ab einem Alter von 10 Jahren absolvierte sie erste internationale Auftritte. Rie Koyama spielt ihr Instrument mit einer Intensität, wie sie nur selten zu hören ist. Bis heute war die junge Musikerin bei weit über 20 bedeutenden Wettbewerben als Erstplatzierte erfolgreich, u. a. beim The Muri Competition oder beim Deutschen Musikwettbewerb. 2013 gewann sie den Internationalen Musikwettbewerb der ARD mit einem Sonderpreis für die beste Interpretation der Auftragskomposition.
Rie Koyama war Stipendiatin der Jürgen Ponto-Stiftung, der Rohm Music Foundation in Japan und der Deutschen Stiftung Musikleben. Sie ist bereits als Solistin mit renommierten Orchestern u.a. wie dem Münchener-, Stuttgarter-, Kurpfälzischen-, Stettiner-, Südwestdeutschen-, Folkwang Kammerorchester, dem Münchner Rundfunkorchester, dem Beethoven Orchester Bonn, der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken, dem Brandenburgischen Staatsorchester, der Neubrandenburger Philharmonie, dem Philharmonischen Orchester Heidelberg, der Deutschen Kammerakademie Neuss, dem Aargauer Sinfonieorchester, dem Korean Chamber Orchestra, dem Landestheater und Sinfonieorchester Schleswig-Holstein, dem New Japan Philharmonic Orchestra, dem Osaka Symphony Orchestra, der Polnischen Kammerphilharmonie, der Kammerphilharmonie Graubünden und dem Transylvania Philharmonic Orchestra aufgetreten.
Seit 2015 September ist sie Solofagottistin bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Paavo Järvi.

Kiveli Dörkens Temperament, Leidenschaft und Hingabe für die Musik sind in jedem Moment ihrer Konzerte zu spüren. Mit ihrem ansteckenden Enthusiasmus und einnehmender Ausstrahlung pflegt sie einen engen Kontakt mit ihrem Publikum. Sie spricht ihre Zuhörer gerne an, bevor sie sich ans Klavier setzt, um die Grenzen der Klangmöglichkeiten und des künstlerischen Ausdrucks zu erforschen. Kiveli Dörken begann ihren musikalischen Weg als 7-jährige Schülerin des renommierten Klavierpädagogen Prof. Karl-Heinz Kämmerling, von dem sie bis zu seinem Tod, 10 Jahre später, unterrichtet wurde. Danach setzte sie ihre Ausbildung bei Prof. Lars Vogt fort, bei dem sie bis heute, an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, studiert. Sie ist TONAListin und Stipendiatin der Deutschen Stiftung Musikleben, des renommierten Festivals „Spannungen“, der Internationalen Musikakademie Liechtenstein und der „Werner Richard – Dr. Carl Dörken“- Stiftung (keine Verwandtschaft).
Mit acht Jahren gab sie ihr erstes Orchesterkonzert. Darauf folgten mehrere solistische Auftiritte mit Orchestern, sowie der Hamburger Camerata, der Camerata Bern und dem Athener Staatsorchester. Ihre Konzerttätigkeit führte sie in die meisten Länder Europas, China und den USA und in viele renommierte Konzertsäle, wie der Elbphilharmonie, dem Gewandhaus Leipzig, der Tonhalle Düsseldorf, der Kölner Philharmonie, dem Konzerthaus Berlin, der Alten Oper Frankfurt und dem Mariinsky Theater in St. Petersburg. Sie spielte unter anderem im Kissinger Sommer, bei dem Festival „Spannungen“ in Heimbach, den Gezeitenkonzerten, den Schwetzinger Festspielen, den „Sommets musicaux“ in Gstaad und dem Schleswig-Holstein Musik Festival. Highlights waren Auftritte für den Dalai Lama (2007) und für die Bundeskanzlerin Angela Merkel in Washington D.C. (2009).
Kiveli widmet einen bedeutenden Teil ihrer Konzerttätigkeit der Kammermusik und tritt regelmäßig mit Künstlern wie Christian Tetzlaff, Sharon Kam, Florian Donderer und Tanja Tetzlaff auf. Mit ihrer Schwester Danae verbindet sie ein festes Duo. 2015 gründete sie zusammen mit ihrer Schwester Danae auf der griechischen Insel Lesbos das Molyvos International Music Festival (MIMF), dessen sie auch künstlerische Leiterin ist. Zwischen Finanzkrise und Flüchtlingsdrama bringt das MIMF nicht nur die Tradition der klassischen Musik nach Lesbos, sondern ist zum Hoffnungsträger der Region geworden.
In dieser Saison gibt Kiveli ihr Debüt mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Alondra de la Parra.