Datum & Uhrzeit

Datum 13. November 2022
Beginn 11:00
Kasse 10:00

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Alt-Hastedter Kammerorchester mit der Bratschistin Barbara Linke-Holicka

Das Alt-Hastedter Kammerorchester  kommt zu seiner Herbst-Matinée wieder in den Sendesaal.

Eine Veranstaltung des Alt-Hastedter Kammerorchesters.

Der Eintritt ist frei.

Anmeldungen erbeten unter https://www.ahk-bremen.de/unsere-konzerte/

Um Spenden wird gebeten.

 


Alt-Hastedter Kammerorchester
Barbara Linke-Holicka – Bratsche
Karsten Dehning-Busse – Dirigent

Programm:
Mendelssohn: “Das Märchen von der schönen Melusine” op. 32
Britten: “Lachrymae” für Viola und Streichorchester op. 48 a
Mendelssohn: 1. Sinfonie op. 11

Im Zentrum des Programmes steht ein Werk von Benjamin Britten (1913 – 1976) , das umrahmt wird von Werken des Romantikers Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847), der genau vor 175 Jahren starb. Benjamin Britten hat Lachrymae <Tränen>. Reflections on a Song of Dowland (op. 48a) 1951 für Viola und Klavier komponiert und erst in seinem Todesjahr 1976 für die heute aufgeführte Fassung mit Viola und Streichorchester bearbeitet. Dem Werk liegt als Thema John Dowlands Lied If my complaints could passions move zu Grunde. Auffälligerweise erscheint das Dowland’sche Thema original erst in der letzten Variation: „Die Musik reist also gewissermaßen in die Vergangenheit, zum Shakespeare-Zeitgenossen Dowland, der von 1563 bis 1626 lebte.“

Von Mendelssohn gibt es zwei Werke, die weniger häufig aufgeführt werden. Das Märchen von der schönen Melusine, op. 32, eine Konzert-Ouvertüre, entstand 1833. Die Oper von Conradin Kreutzer regte den 24jährigen Felix dazu an, eine eigene Ouvertüre über den Stoff zu schreiben. Im Mythos muss die Sagengestalt Melusine als Strafe einen Tag in der Woche Meerjungfrau sein – als jedoch ihr Ehemann hinter ihr Geheimnis kommt, wird sie dazu verdammt, für den Rest ihres Lebens diese Gestalt zu behalten. Das Werk mit lautmalerischen Wasser- und Wellen-Klängen wurde von Robert Schumann mit den Worten „schießende Fische mit Goldschuppen, Perlen in offenen Muscheln“ gerühmt. Mendelssohn aber wollte lieber nichts von „roten Korallen und grünen Seetieren, von Zauberschlössern und tiefen Meeren“ hören – er verstand sein Werk als Beschreibung einer Stimmung, nicht einer Handlung.

Vom 15jährigen Mendelssohn stammt die Sinfonie Nr. 1 aus dem Jahre 1824. Sie ähnelt den zwölf Streichersinfonien seiner Jugendzeit, weist aber erstmalig vollen Bläsersatz auf. Ein Jahrzehnt später äußerte sich Mendelssohn gegenüber einem Konzertveranstalter fast abfällig über das Werk: „Können Sie die Ausführung nicht verhindern (sic!), so wird es Ihnen ein Leichtes sein, auf eine oder die andere Art unter Ihren Bekannten es zu sagen, dass diese Sinfonie op. 11 ist, d.h. dass sie von einem Jungen gemacht ist, der kaum 15 Jahr war … Es wäre mir lieb, wenn das im Publicum vor der Aufführung bekannt würde, und wenn Sie es veranlassen können, würden Sie mir einen Gefallen damit thun, weil mir das Stück wirklich kindisch (sic!) vorkommt.“ Allerdings sind Anklänge etwa an Beethovens 5.  und Haydns 95. Sinfonie sowie an das Menuett in Mozarts g-moll-Sinfonie KV 550 im Werk des 15Jährigen zukunftweisender, als seine Selbsteinschätzung und die geringe spätere Rezeption des Werkes erwarten lassen.

Die Bratschistin Barbara Linke-Holicka, in Prag geboren, studierte bei Prof. Kim Kashkashian und Prof. Wolfram Christ. Sie wurde als Kammermusikerin mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Als Solobratschistin war sie in der Camerata Academica Salzburg, der Tschechischen Philharmonie, dem National Theater Mannheim und dem Staatstheater Oldenburg tätig. Sie ist Solobratschistin des Ensembles für neue Musik risonanze erranti in München und spielt regelmässig mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Sie ist Mitgründerin des Übersee Quartetts Bremen und lebt seit 2007 mit ihrer Familie Bremen.

Das Alt-Hastedter Kammerorchester wurde 1983 in Bremen gegründet. Es setzt sich zusammen aus fortgeschrittenen Laien unterschiedlicher Alters- und Berufsgruppen, die die Begeisterung für die Musik und die Freude am gemeinsamen Musizieren vereint, und erarbeitet anspruchsvolle Werke der klassischen, romantischen und modernen Musikliteratur in regelmäßigen wöchentlichen Proben (früher in der Alt-Hastedter Kirche). Dirigent ist Karsten Dehning-Busse.

Seit Ende 2018 dirigiert Karsten Dehning-Busse das Orchester mit Leidenschaft und Geduld. Er wurde 1956 in Bremen geboren. An der Musikhochschule Hannover studierte er Cello bei Prof. Klaus Storck mit Abschluss Konzertexamen und auf internationalen Meisterkursen bei Pierre Fournier in Berlin und Genf.
Als Cellist mit dem Schwerpunkt Neue Musik konzertierte er bisher in 15 europäischen Ländern – u. a. als Gründungsmitglied von “Das Neue Ensemble – Hannover”, mit dem Ensemble “L´Art Pour L´Art” und mit der Pianistin Juliane Busse.
Ab 1996 trat er auch als Dirigent in Erscheinung. Mit dem Kammerorchester Horn Lehe, der Sinfonietta Aller Weser und dem Landesjugendensemble Neue Musik Niedersachsen erarbeitete er über 200 Werke, die alle in Konzerten aufgeführt wurden. Neben Sinfonien von Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms, Dvorak, Tschaikowski u. a. dirigierte er auch Solokonzerte mit namhaften Instrumentalisten sowie Neue Musik – auch Uraufführungen.

Eine Veranstaltung des Alt-Hastedter Kammerorchesters

www.ahk-bremen.de