Datum & Uhrzeit

Datum 23. September 2023
Beginn 20:00
Kasse 19:00

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Julie Comparini: Motetten und Sonaten von Isabella Leonarda (1620-1704)

Die Altistin Julie Comparini kommt mit ihrem Ensemble in den Sendesaal, um Solo-Motetten und Violinsonaten einer hochexpressiven und virtuosen italienischen Komponistin des 17. Jahrhunderts zu präsentieren: Isabella Leonarda.


Julie Comparini – Gesang
Wiebke Corßen, Julia Krikkay – Violine
Jenny Westman – Viola da gamba
Susanne Peuker – Theorbe
Tobias Gravenhorst – Cembalo
Klaus Westermann – Orgel

Programm:
Sonata quinta (für Ensemble)
Quam dulcis amator (für Gesang und Ensemble)
Sonata terza (für Ensemble)
Donate Caeli solatium (für Gesang und Ensemble)
Care plage, care ardores (für Gesang und Ensemble)
Pone spes in planctu amaro (für Gesang und Ensemble)
Sonata duodecima (für Ensemble)
Qui Mariam amatis (für Gesang und Ensemble)
Pupille care (für Gesang und Ensemble)

Die CD „Pone spes in planctu amaro“ wurde von Renate Wolter-Seevers 2022 in Koproduktion mit Radio Bremen aufgenommen – nun erklingen diese selten gespielten Kompositionen aus der Blütezeit der italienischen Gesangs- und Violinkunst erstmals im Sendesaal.

Während ihrer 68 Jahre im Collegio di Sant’Orsola in Novara veröffentlichte Isabella Leonarda über 200 Werke in zwanzig Sammlungen. Ihre fast 100 Solomotetten basieren auf eigens gedichteten lateinischen Texten, die einen faszinierenden Einblick sowohl in ihre sehr bildhafte und personifizierte Glaubenswelt als auch in den umfassenden theologischen Kontext eines barocken Nonnenklosters gewähren.

Trotz der hohen Qualität ihrer Kompositionen bleiben die meisten ihrer Werke zu Unrecht unbekannt. Altistin Julie Comparini beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Leonardas Musik und präsentiert nun eine moderne Wiederentdeckung und CD-Aufnahme, die allein dieser außergewöhnlichen und faszinierenden Komponistin gewidmet ist.

Julie Comparini studierte nach einer schauspielerischen Frühausbildung Kognitionswissenschaften und Linguistik an der University of California-Berkeley sowie Gesang/Alte Musik bei Ruth Riedel und Harry van der Kamp an der Hochschule für Künste Bremen.

Ihre Bühnentätigkeit umfasst neu entdeckte oder selten aufgeführte Barockopern wie Le Cinesi, The Dragon of Wantley, Orpheus, oder die wunderbare Beständigkeit der Liebe oder Doktor und Apotheker sowie spartenübergreifende Musiktheaterprojekte wie die „Stadtteiloper“ Menuchims Reise, die Uraufführung der Operette Cabaret Voltaire oder das inszenierte Weihnachtsoratorium unwrapped. Ihre eigens konzipierten Projekte wie Meeresleuchten, Some Strange Felicity, Métamorphoses oder Die Nachtigall wurden in mehreren europäischen Ländern erfolgreich aufgeführt.

Als Konzert- und Oratoriosolistin sang sie unter anderem die Titelrolle in der ersten modernen Wiederaufführung und CD-Einspielung von Simon Mayrs Jacob a Labano fugiens und arbeitete unter der Leitung von Olof Boman, Michi Gaigg und Thomas Hengelbrock. Sie tritt regelmäßig mit dem Balthasar-Neumann-Chor und bei Veranstaltungen der Bremer Arbeitnehmerkammer auf und hat im Rahmen des Bremer Projekts „Laudate-Cantate“ mehr als 100 Kirchenkantaten von J.S. Bach gesungen. Im Auftrag eines Irish Arts Council Music Commissions Award in 2020 hat Ailís Ní Ríain den Liederzyklus Watershed für sie und die Pianistin Yonit Kosovske komponiert.

Neben einem Lehrauftrag an der Hochschule für Künste Bremen umfasst ihre akademische Tätigkeit diverse Vorträge und Seminare sowie Übersetzungen für Noten- und Musikverlage. Zusammen mit Alina Rotaru kuratierte sie 2013-2019 das Musikfilmfestival Bremen.