Datum & Uhrzeit

Datum 18. September 2020
Beginn 20:00

im LiveStream: Marcin Masecki

Der geniale polnische Pianist Marcin Masecki spielt die späten Beethoven-Sonaten so, wie Beethoven sie gehört hat – denn der hat gar nichts mehr gehört, als er die Sonaten schrieb. Masecki unternimmt die unglaubliche Anstrengung, diese Werke mit einem Kopfhörer zu spielen, bei dem er sich selbst nicht spielen hören kann (noisekilling headphone). Das hat vor ihm wohl noch nie jemand gewagt zu machen. Ein sehr spezieller Beitrag zum Beethoven-Jahr.

7,50 

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Kategorie:

Marcin Masecki – Piano

Programm:

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827):
Sonata E-dur nr 30 Op. 109
Sonata As-dur nr 31 Op. 110
Sonata c-moll nr 32 Op. 111

Marcin Masecki (1982) ist einer der produktivesten und eigenwilligsten Musiker Polens. Er spielt auf allen möglichen Tasteninstrumenten, komponiert für Film und Theater, produziert Festivals, dirigiert Orchester und kuratiert diverse musikalische Ereignisse, was ihm insgesamt viele Auszeichnungen eingebracht hat. Seine Projekte haben eine unglaubliche stilistische Spannbreite und sein virtuoses Verbinden unterschiedlichster Genres ebenso wie das atemberaubende Verwischen der Grenzen zwischen Hochkultur und Unterhaltung sind zu seinem Markenzeichen geworden.
Als klassisch ausgeblildeter Pianist gibt er regelmäßig CDs mit Europäischer Klassik heraus – allerdings immer mit einem neuen Blick auf die Vergangenheit und der Verbindung zur gegenwärtigen musikalischen Kultur. Das heutige Konzert ist dafür geradezu prototypisch.

Beethoven spielen ohne zu hören
Als Masecki eines Tages im Laden eines Freundes über einen  Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung stieß, bei dem man also die akustische Umwelt quasi ausblendet, entdeckte er sofort deren Potential, um späte Beethoven-Werke zu interpretieren. Da der Komponist zum Zeitpunkt der Komposition dieser Meisterwerke längst taub war, war sein Empfinden musikalischer Zeit sehr viel abstrakter geworden. Für Masecki bekam das Spielen der Musik ohne sich selbst dabei zu hören eine fast befreiende Wirkung. Losgelöst von den physischen Aspekten der Aufführung konnte er sich vielmehr einlassen auf die kunstvolle formale Struktur und die kraftvolle geistige Botschaft hinter den Noten. Und er konnte sich zugleich ein bißchen mehr in den tauben Beethoven einfühlen.