Datum & Uhrzeit

Datum 16. Februar 2020
Beginn 19:00
Kasse 18:00

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Offizielle Webseite

Ensemble New Babylon – Sarah Nemtsov

Das Ensemble New Babylon mit der Abo-Reihe unter dem Motto: „Ein Stück – ein Konzert“ – Neue Musik im Sendesaal

Konzert II am 26.04.2020: Morton Feldman
Konzert III am 30.08.2020: Hans Werner Henze
Konzert IV am 08.11.2020: Jennifer Walshe

Eine Veranstaltung des Ensemble New Babylon

7,50 15,00 

Sie können Tickets telefonisch vorbestellen unter 0421-33005767 oder direkt hier auf der Seite kaufen.

ACHTUNG: Freie Platzwahl. Online bestellte und damit bezahlte Tickets sind von Umtausch oder Rückgabe ausgeschlossen.

Ermäßigung gilt nur für Schüler, Studenten bis 27 Jahre, Schwerbehinderte ab 70% und Bremen-Pass-Inhaber. Ein entsprechender Ausweis für die jeweilige Ermäßigung ist an der Abendkasse und bei Verlangen am Einlass vorzuzeigen.

Mitglieder des Freunde des Sendesaales e.V. erhalten 50% Rabatt auf den Normalpreis bei fast allen Veranstaltungen.
Mitgliedsausweis muss an der Abendkasse vorgezeigt werden.
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Zur Abholung an der Abendkasse
(nur am Konzertabend, eine Stunde vor Beginn):


Im Vorverkauf auch erhältlich bei:


ENSEMBLE NEW BABYLON
Ein Stück – ein Konzert I

Hsin Lee, Johannes von Buttlar, Tobias Hamann, Benjamin Fischer, Isabelle Raphaelis – Schlagzeug

Programm:
Sarah Nemtsov (*1980): Poker, Roulette (2012)
Musik in 52 Spielkarten für 5 Schlagzeuger*innen

Die Komposition „Poker, Roulette“ spielt mit der Grenze zwischen Konzert und Musiktheater. Inhaltlich verarbeitet Nemtsov in diesem Werk die Thematik Spielsucht und Spieltrieb. Loops und fehlerhafte Wiederholungen spielen eine große Rolle – und sind durchaus als Chiffre für Spielsucht, Zwanghaftigkeit, Obsession aufzufassen. Demgegenüber steht die Offenheit, das kindlich Spielhafte (der positive Spieltrieb sozusagen), Phantasie, Kreativität und Freiheit. Das Schlagzeuginstrumentarium beherbergt sowohl klassische Instrumente wie Timbales, Tamtam oder Gong, aber auch ungewöhnlichere wie Metalltrommel, Metallstücke oder Streetdrums, außerdem Gegenstände aus dem Kasino-Umfeld: Roulette-Teller, Jetons, Würfelbecher etc.

Sarah Nemtsov über ihre Komposition: „Auf Anregung von Anna Peschke schrieb ich eine flexible Musik für Schlagzeug, die sowohl in der Form, als auch inhaltlich und in der Wahl der Instrumente vielfältig auf die Thematik ‚Kasino‘, Spielsucht, Spieltrieb etc. eingeht. Die Form meiner Komposition ‚Poker, Roulette‘ ist offen, aber nicht beliebig. Für die dreizehn verschiedenen Spielkarten (2 bis As) wählte ich je ein Schlagzeugsetting und komponierte jeweils vier kurze Stücke für dieses Setting – entsprechend der Spielfarben (Karo, Herz, Kreuz, Pik) insgesamt 52 Spielkarten. Die Anordnung der Teile wird vorher mittels eines Kartenspiels gefunden. Es gilt falsches ‚Texas Hold’em‘, angelehnt an das gleichnamige Pokerspiel – mit vorgegebenen Regeln.Sarah Nemtsov (*1980)

Wildwuchernde Inspiration” – so beschrieb der Deutschlandfunk die Arbeitsweise Sarah Nemtsovs. Ihr Werkverzeichnis mit nahezu 100 Kompositionen umfasst verschiedenste Gattungen. In ihrer eigenwilligen Musiksprache verbindet sie unterschiedliche Einflüsse, von Renaissance- und Barockmusik bis hin zu Jazz und Rock. Die Intensität ihrer Musik entsteht dabei auch durch die Bezugnahme auf außermusikalische Inhalte. Dazu zählen politische und gesellschaftliche Fragestellungen ebenso wie zwischenmenschliche Konstellationen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ihrer Musik ist das Ausloten der Grenze zwischen Konzert und Musiktheater, so etwa im inszenierten Ensemble-Zyklus „A LONG WAY AWAY. Passagen“ (2010-2011) oder „Poker, Roulette“. Gleichzeitigkeit, Schichtungen und chaotische Formen von Kammermusik beschäftigen sie u. a. in ihrem „Briefe-“ oder „Zimmer-“ Zyklus (2012-2014), sowie in ihren neuesten Kompositionen, in denen auch der Elektronik eine große Bedeutung zukommt.
Sarah Nemtsov studierte Komposition in Hannover und Berlin bei Nigel Osborne, Johannes Schöllhorn und Walter Zimmermann. Außerdem absolvierte sie ein Oboen-Studium bei Klaus Becker und Burkhard Glaetzner. Sie erhielt zahlreiche Preise, darunter 2012 den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA  und 2013 den Busoni-Kompositionspreis der Akademie der Künste Berlin sowie Stipendien der Villa Serpentara/Italien und der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2016 gewann sie den internationalen RicordiLAB Kompositionswettbewerb, 2018 den Oldenburger Kompositionspreis. 2014 war sie Gastdozentin für Komposition (Schwerpunkt Musiktheater) an der Musikhochschule Köln. Im Sommersemester 2018 lehrte sie Komposition im Rahmen einer DAAD-Dozentur an der University of Haifa, Israel.
Nemtsovs Werke werden bei international renommierten Festivals aufgeführt, wie den Donaueschinger Musiktagen (2011 und 2018), den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt (2014 und 2018), der Münchener Biennale (2012), dem Straßburger Festival Musica, ECLAT, Ultraschall Berlin, MaerzMusik, Holland Festival, den Bregenzer Festspielen, der Klangwerkstatt Berlin, Wien modern, Klangspuren Schwaz, Israel Festival, dem SPOR Festival oder KlANG in Dänemark, FRUM Island oder dem ISCM World New Music Festival.

Das Ensemble New Babylon wurde 2012 unter der Schirmherrschaft des damals regierenden Bürgermeisters der Hansestadt Bremen Jens Böhrnsen ins Leben gerufen, mit dem Ziel, in Bremen dieNeue Musik wieder im Kulturgeschehen zu etablieren. Mittlerweile wurden über 50  Weltpremieren seit der Gründung aufgeführt. Es trägt seinen Namen aus der Idee heraus, mit Musik Menschen verschiedensten Hintergrunds zusammenzuführen und gemeinsam das Schöne im Ungewohnten und Neuen zu entdecken. Es ist ein festes Anliegen des international besetzten Ensembles, durch die emotionale Kraft der Musik für mehr Toleranz und Verständnis gegenüber dem „Anderen” zu sorgen.
Es soll ein Beispiel für das friedliche, freundschaftliche und gleichzeitig erfolgreiche Zusammenwirken von völlig unterschiedlichen Menschen sein, egal welch politischer und kultureller Hintergrund in ihren Ländern herrscht.
Fester Bestandteil der Konzerte des Ensembles ist das Nutzen von ungewöhnlichen Spielorten mit bestimmter Thematik. So erhielt das Ensemble bereits mehrfach Förderpreise des Deutschen Musikrates: Für ein Cross-Over-Projekt mit der Funkband Watson’s Mother inklusive eines Auftritts auf der Breminale 2013, für die 48 h nonstop Performance „The show must go on“ 2016 im Theater Bremen, die heutige Selbstdarstellungsmittel wie Facebook, WhatsApp und Blogs reflektierte und für die Musik-Tanz-Performance „ResonanzKörper“ 2017 in Koproduktion mit dem TanzKollektivBremen.
Das Ensemble New Babylon beschäftigt sich seit seiner Gründung 2012 mit zwei elementaren Dingen: Zum einen ist es die Aufführung von zeitgenössischer Musik in möglichst vielseitigen und anspruchsvollen Konzepten, zum anderen durch Musik für mehr Toleranz gegenüber dem Unbekannten, dem Fremden zu sorgen. Darunter fällt auch der kulturelle, friedfertige Austausch mit anderen Nationen, den das international besetzte Ensemble von Beginn an zu seinem Erkennungsmerkmal gemacht hat. So gab es zahlreiche Konzertprogramme und Tourneen mit dem Schwerpunkt Griechenland (2014), Polen (2015), Israel (2016), Argentinien/Chile (2017), Island (2018) und Südkorea (2019). Bisher spielte das Ensemble zwei CD-Produktionen ein. 2015 die CD „9“ beim Label STARFISH MUSIC mit Kompositionen von 9 Bremer Komponist*innen und 2017 eine Portrait-CD des spanischen Komponisten Benet Casablancas beim Label NAXOS.

In Bremen bespielt New Babylon nahezu alle Säle des öffentlichen Raums: Weserburg, Kunsthalle, Sendesaal, Dom, Kulturkirche St. Stephanie, Schwankhalle, Shakespeare Company, Theater Bremen, Hochschule für Künste und viele weitere kleinere Spielstätten. In Berlin trat das Ensemble u. a. in der Villa Elisabeth und der Kulturbrauerei auf, in Hannover im Sprengel Museum und in Hamburg in der Laeiszhalle, der Freien Akademie der Künste, der Alfred Schnittke Akademie International und der Elbphilharmonie.

Seit dem Jahr 2018 erhält das Ensemble New Babylon bis zum Jahr 2020 eine dreijährige Konzeptförderung der Freien Hansestadt Bremen.

Eine Veranstaltung des Ensemble New Babylon

Gefördert von:
– Musikfonds e. V. mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
– Ernst von Siemens Musikstiftung
– Senator für Kultur
– klangpol – Netzwerk Neue Musik Nordwest