Datum & Uhrzeit

Datum 27. November 2019
Beginn 20:00
Kasse 19:00

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ECM 50 recital: Lusine Grigoryan spielt Komitas

Als drittes recital der Reihe ECM 50 gibt sich die armenische Pianistin Lusine Grigoryan die Ehre. Sie gilt als gültige Interpretin der Klavierwerke ihres Landsmannes Komitas, und stellt ihr Album Komitas: Seven Songs aus dem Jahre 2017 vor.

12,50 25,00 

Sie können Tickets telefonisch vorbestellen unter 0421-33005767 oder direkt hier auf der Seite kaufen.

ACHTUNG: Freie Platzwahl. Online bestellte und damit bezahlte Tickets sind von Umtausch oder Rückgabe ausgeschlossen.

Ermäßigung gilt nur für Schüler, Studenten bis 27 Jahre, Schwerbehinderte ab 70% und Bremen-Pass-Inhaber. Ein entsprechender Ausweis für die jeweilige Ermäßigung ist an der Abendkasse und bei Verlangen am Einlass vorzuzeigen.

Mitglieder des Freunde des Sendesaales e.V. erhalten 50% Rabatt auf den Normalpreis bei fast allen Veranstaltungen.
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(nur am Konzertabend, eine Stunde vor Beginn):


Im Vorverkauf auch erhältlich bei:


Lusine Grigoryan – Klavier
spielt Werke von Komitas, u.a. Seven Songs, Msho Shoror, Seven Dances, Pieces for Children

Lusine Grigoryan gehört zu den bedeutendsten Pianistinnen Armeniens. Sie hat Staatlichen Konservatorium in Yerevan studiert bei Robert Shugarov.
Ihr Debutalbum für ECM Komitas: Seven Songs sorgte für weite Beachtung. Auch ihre Solokonzerte in Europa, den USA, im Mittleren Osten und Australien wurden enthusiastisch aufgenommen. Ihre Interpretationen Klassischer Musik mit einem Repertoire, das vom frühen Barock bis zur Zeitgenössischen Musik reicht, werden ergänzt durch ein ähnlich umfassendes Bewußtsein von Volksmusik-Traditionen, das es ihr ermöglicht besondere Einsichten zu haben in das Werk klassischer Kompnisten, deren Werke durch die Volksmusik-Traditionen geprägt sind. Ihr Studium der Werke von Komitas und Bela Bartok sind Beispiele dieser aktuellen Perspektive. Insbesondere ihre Interpretationen der Klavierwerke von Komitas werden sowohl für ihre Originalität als auch für ihre Werktreue im Sinne der Visionen des Komponisten gerühmt.

Ihre Interpretation überlässt sich ganz dem meditativen Fluss dieser einzigartigen Klanggebilde. Dabei verliert sie nie die Kontrolle über das Geschehen. Im Gegenteil: Sie beharrt auf transparenter Artikulation. Grigoryan stellt jedes musikalische Detail von Komitas akribisch heraus, und obgleich dies eher ein kühles Hör-Erlebnis nahelegt, geschieht das genaue Gegenteil.
Es entsteht ein eigentümlicher Rausch, ein Rausch der Reduktion und der Wiederholungen. Der Komponist verweilt gern bei einzelnen Melodien, betrachtet sie geduldig und lässt sie wie ein ewiges Gebet weiterfließen. Lusine Grigoryan genießt diese Langsamkeit. Sie weiß um den Schatz der Einkehr, der Versenkung in eine schöne Klanggestalt. Das Spiel von Lusine Grigoryan besitzt, so der britische Schriftsteller Paul Griffith bündig, “eine geheimnisvolle Präsenz.” Genau wie die Musik von Komitas.

Das BBC Music Magazine schrieb: „…mit ihrem intelligenten Gebrauch von Stakkato und Pedal versteht sie es den Charakter von Volksmusikinstrumenten wie der Duduk, der Zurna, der Laute oder der Trommel zu erzeugen.“

Bewegtes Leben: Komitas Vardapet (1869–1935)
Soghomon G. Soghomonian, so sein bürgerlicher Name, wird mit elf Jahren Vollwaise und wächst bei seiner Großmutter auf. Der Junge verfügt über eine große Intelligenz und lässt eine hohe musikalische Auffassungsgabe erkennen. Dazu besitzt er eine anmutige Stimme und singt gern. Mit all diesen Gaben weckt er die Aufmerksamkeit einflussreicher Würdenträger der Armenisch-Apostolischen Kirche, die ihn fortan fördern. Soghomon G. Soghomonian wird schließlich Mönch.
Die Kirche tauft ihn auf den Namen Komitas, was als Zeichen gelten darf. Der Namenspatron ist ein Hymnendichter und Musiker des 7. Jahrhunderts. Der junge Komitas schlägt denn auch die Musikerlaufbahn ein. Er studiert in Tiflis und in Berlin. Im Jahre 1899 macht er seinen Doktor in Musikwissenschaft. Jahre leidenschaftlichen Forschens, Liedersammelns und fruchtbaren Komponierens liegen vor ihm, bevor er 1915 in die Fänge des Osmanischen Reiches gerät. Von seinem Gefängnisaufenthalt in Çankırı erholt er sich nicht mehr.


Komitas
  gilt heute als Wegbereiter der modernen armenischen Musik. Der Komponist schöpft aus den Tiefen der armenischen Liedkultur, deren verborgene Potenziale er an die Oberfläche holt. Obgleich ihm jeglicher Anspruch auf Originalität fremd ist, schafft er doch eine ureigene Klangsprache, die sich durch melodiöse Einfachheit genauso auszeichnet wie durch vertiefende Wiederholungen einzelner Motive oder Einfälle. Dadurch erzeugt er beiläufig eine minimalistische Klangatmosphäre, die weit vorausweist ins 20. Jahrhundert.
Man könnte von einer unverhofften, einer nicht geplanten Modernität sprechen, die immer wieder überrascht, wenn man die doch zutiefst der Tradition verpflichtete Musik von Komitas hört.

Um die Jahrhundertwende reiste Komitas durch das ganz Armenien und hat Volksmusik und Tänze gesammelt, wie sie in den Dörfern praktiziert wurden: viele der Melodien, die über Jahrhunderte in oraler Tradition weitergegeben wurden, hat er erstmals aufgezeichnet. Manche der Lieder hat er zu ausladenden Klavierwerken verarbeitet, wie z.B. Karno Shoror. Shoror ist eine Art Tanz, und Karno bezeichnet den Ort, aus dem er stammt. Komitas legte viel Wert auf die Erhaltung des originalen Charakters der Tänze. In seinen Partituren finden sich präzise Instruktionen für den Interpreten, wie er z.B. traditionelle Instrumente auf dem Klavier imitieren soll.