Datum & Uhrzeit

Datum 26. February 2023
Beginn 18:00
Kasse 17:00

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Jakob Bloch Jespersen & Sharon Prushansky – Franz Schubert: Winterreise

Franz Schuberts Winterreise – eine Reise in die menschliche Seele, ihre Abgründe und Verzweiflung, aber auch Stärke und Mut.

Die äußerst anrührende Version des dänischen Bass-Baritons Jakob Bloch Jespersen zieht einen von Anfang bis Ende in einen musikalisch-psychischen Bann. Unterstützt wir er dabei durch Sharon Prushansky am Klavier

14,00 28,00 

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ACHTUNG: Freie Platzwahl. Online bestellte und damit bezahlte Tickets sind von Umtausch oder Rückgabe ausgeschlossen.

Ermäßigung gilt nur für Schüler, Studenten bis 27 Jahre, Schwerbehinderte ab 70% und Bremen-Pass-Inhaber. Ein entsprechender Ausweis für die jeweilige Ermäßigung ist an der Abendkasse und bei Verlangen am Einlass vorzuzeigen.

Mitglieder des Freunde des Sendesaales e.V. erhalten 50% Rabatt auf den Normalpreis bei fast allen Veranstaltungen.
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Zur Abholung an der Abendkasse
(nur am Konzertabend, ab einer Stunde vor Beginn):


Im Vorverkauf auch erhältlich bei:


Jakob Bloch Jespersen – Tenor
Sharon Prushansky – Klavier

Dreißig Jahre nach Franz Schuberts Tod erinnerte sich einer seiner engsten Freunde, Joseph von Spaun, an die erste Aufführung der Winterreise vor einem kleinen Kreis von Schuberts Freunden:

Schubert wurde durch einige Zeit düster gestimmt und schien angegriffen. Auf meine Frage, was in ihm vorgehe, sagte er nur: ‚Nun, ihr werdet es bald hören und begreifen.‘ Eines Tages sagte er zu mir: ‚Komme heute zu Schober, ich werde euch einen Zyklus schauerlicher Lieder vorsingen. Ich bin begierig zu sehen, was ihr dazu sagt. Sie haben mich mehr angegriffen, als dieses bei anderen Liedern der Fall war.‘ Er sang uns nun mit bewegter Stimme die ganze Winterreise durch. Wir waren über die düstere Stimmung dieser Lieder ganz verblüfft, und Schober sagte, es habe ihm nur ein Lied, Der Lindenbaum, gefallen. Schubert sagte hierauf nur: ‚Mir gefallen diese Lieder mehr als alle, und sie werden euch auch noch gefallen…‘“

Schubert komponierte die Winterreise am Ende seines Lebens, als er mit fortschreitender Syphilis rang, die zu Demenz, Lähmungen und schließlich seinem allzu frühen Tod führte – er wurde 31 Jahre alt. Dass Schubert sich in diesem Zustand befand, während er diesen Liederzyklus schrieb, legt uns nahe, dass er darin seine eigene Geistesverfassung spiegelte: Tod und Wahnsinn waren an seiner Seite.

Die Gedichte des romantischen Autors Wilhelm Müller beschreiben einen verzweifelten Junggesellen, der dem bürgerlichen Leben den Rücken kehrt, um eine ziellose Wanderung durch die winterliche Landschaft zu unternehmen. In Schuberts musikalischer Umsetzung wird diese Wanderung zu einer Reise durch die dunkelsten Winkel der Seele: das Portrait eines einsamen und verzweifelten Menschen, den jeder Mut verlassen hat. So kann die Winterreise über ihre romantischen Biedermeier-Ursprünge hinaus heute als ein modernes und zeitloses Zeugnis menschlicher Tiefe bestehen.